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LEGO 10263 - Winterliche Feuerwache (und ein bisschen Strictly Briks) - Review

September 8, 2019 - Lesezeit: 14 Minuten

Hallo zusammen,

es ist Anfang September. Die ersten Schoko-Weihnachtsmänner stehen in den Läden. Für LEGO ist dies die optimale Zeit, die letztjährigen Weihnachtssets endlich in den Einzelhandel zu entlassen. Bei einem der ersten verfügbaren Schnapper, habe ich mir nun endlich die Winterliche Feuerwache gesichert. Was die alles kann, zeige ich euch nach dem Break!

Seit einiger Zeit baue ich ja schon an einer Winterlandschaft, die anstatt einer Krippe zur Weihnachtszeit unser Wohnzimmer zieren darf. Dankenswerter Weise tut mir LEGO den Gefallen, in aller Regelmäßigkeit jedes Jahr ein neues Winterset zu veröffentlichen. Das letzte Set von Ende 2018 ist die Winterliche Feuerwache. Diese war bis vor wenigen Tagen nur als LEGO -Exklusivset nur in den Brand-Shops und über den Onlineshop zur UVP zu haben.

Nun, fast ein Jahr später, kommt der Einzelhandel zum Zug. Im Rahmen einer Kaufhof-Rabattaktion konnte ich mir die Feuerwache für ca. 77 EUR sichern. Immerhin 12 EUR Ersparnis zur LEGO UVP.

Da das Winterdorf nun bereits einige Gebäude umfasst, musste ich mir zudem allmählich etwas bezüglich des zur Verfügung stehenden Baugrunds einfallen lassen. Aus mir unerfindlichen Gründen, gibt es keine weißen 32 x 32er Bauplatten von LEGO im Einzelhandel. Und das obwohl es sie im Legoland zum Beispiel durchaus gibt, wie mir ein Bekannter, der zufälligerweise gerade erst kürzlich dort war, per Fotobeweis bestätigt hat...

Da mir ein Weg ins Legoland doch etwas zu viel erschien, hab ich mich bei der kompatiblen Konkurrenz umgeschaut. Dabei sind mir bei einer virtuellen Shoppingtour die Bauplatten von Strictly Briks ins Auge gefallen. Hier mal ein Foto von der Verpackung:

Bei Amazon konnte ich 4 dieser Platten im Set zum günstigen Preis von 16,99 EUR abgreifen. Bauplatten der Dänen wären hier sicher mindestens doppelt so teuer gekommen.

Einen gravierenden Unterschied gibt es zu den Bauplatten aus Dänemark jedoch: Bei den Platten von Strictly Briks handelt es sich nicht um solche schwabbeliggen Wackeldinger, sondern genauer um 32 x 32 Noppen große Plates! Hier mal ein Vergleich mit LEGO-Plates (unten links ist die Strictly Briks Bauplatte).

Das macht die Strictly Briks Platten etwas Verwindungssteifer als die LEGO-Pendants.

Nun aber zurück zur Feuerwache. Wie immer starten wir mit den äußeren Werten.

Die Verpackung

Wie auf vielen Sets verrät uns LEGO hier schon die Teilezahl von 1166 Teilen. Im Set ist ein Light Brick enthalten.

Leider stören mich an diesem Set einige Details. So lässt sich Lego nahezu jedes Jahr einen anderen teilesparenderen Aufbau für die Weihnachtsbäume einfallen. Und auch die Straßenlaterne sieht im Vergleich zu den Sets der Jahre zuvor anders aus. Das erschwert meinen persönlichen Fall, in dem ich ja mehrere Sets zu einer Winterlandschaft kombinieren möchte, ein wenig. Die Sets sind eben nicht alle "aus einem Guss". Kann man sich dran stören, muss man aber nicht.

Die Rückseite gibt wie immer einen Einblick in die Details des Sets. Dazu gehören neben dem Feuerwehrwagen mit ausfahrbarer und schwenkbarer Leiter einen Aufenthaltsraum, eine versteckte Liegestatt für das müde Feuerwehrpersonal, eine Bank und einen zugefrorenen und von einer Feuerwehrmann-Minifigur-Statue gezierten Teich. Also ran an die Tüten!

Der Inhalt

Der Bau ist in drei Schritte eingeteilt. Während sich der erste Teil mit dem ganzen "Drumherum" beschäftigt, wird in den letzten beiden Schritten das Gebäude errichtet. Dazu gibt es eine in zwei Hefte getrennte Bauanleitung und einen überschaubaren Stickerbogen.

Der Aufbau

LEGO empfiehlt für dieses Set einen Baumeister ab 12 Jahren. Ich persönlich finde das etwas übertrieben. Auch wenn dieses Set in der Creator Expert-Reihe angesiedelt ist, gestaltet sich der Aufbau recht simpel und ist auch für deutlich jüngere Kinder durchaus zu schaffen. Lediglich beim akkuraten Aufbringen der Sticker, würde ich die Unterstützung einer elterlichen ruhige Hand empfehlen.

Schritt 1

Wie bereits im Kapitel zum Inhalt erwähnt, wird im ersten Schritt das ganze Klein-Klein und das passende Gefährt zur Feuerwache gebaut.

Die Minifiguren sind über alle Bauschritte verteilt. Den Anfang machen Feuerwehrmann und -frau, ein Hockeyspieler, ein Mädchen mit Nickelbrille und ein LEGO-Baby. Der Feuerwehrhund darf natürlich auch nicht fehlen!

Beim Feuerwehrauto selbst scheiden sich die Geister... Ich persönlich finde, dass das Auto etwas schmucklos daher kommt. Etwas mehr Prunk und Gloria in Form von Elementen in Perlgold oder Ähnlichem, hätte da doch sehr gut gepasst. Wenn ich da an den doch sehr verspielten Weihnachtszug denke, kann man dieses Fahrzeug gut gemeint als "funktional" bezeichnen. Offenbar wirken sich die Budgetkürzungen in der öffentlichen Sicherheit auch auf die LEGO-Welt aus ;o)

Auch der Tannenbaum kommt recht einfach daher. Dieser besteht im Kern aus runden 1x1 Bricks sowie zwei Brick Modified, an die vier identische grüne Wings rundherum angebracht werden. Bei diesem Design fühle ich mich an die "Papp"-Bäume aus meinen ersten Rennsimulationsspielen erinnert. Also passt doch irgendwie der Nostalgiefaktor... Dem großen Baum aus dem Set "10249 - Weihnachtlicher Spielzeugladen" stielt dieses Bäumchen jedenfalls nicht die Show.

Der Teich einschließlich Umrandung ist hingegen zwar sehr minimalistisch, aber dennoch schick gehalten. Die Dekoration mit den perlgoldenen und geschwungenen Ranken sowie einer grauen Feuerwehr-Minifigur ist eine witzige Idee. Mir persönlich wäre die Fläche zum Hockeyspielen allerdings etwas zu klein... Das schreit bereits nach einer zukünftigen Erweiterung.

Schritt 2

Im zweiten Schritt bauen wir das Untergeschoss der Feuerwache. Die vom tauenden Schnee bedeckte Treppe finde ich hier besonders schnuckelig.

Im Untergeschoss spielt sich nicht wirklich viel ab. Hier gibt es lediglich einen kleinen Arbeitsbereich mit Feuerlöschern und Werkzeugen.

Auch hier finde ich es wieder lustig, dass sich LEGO nahezu jedes Jahr wie bei den Weihnachtsbäumen einen neuen Weg einfallen lässt, wie man einen Schneemann aus den hauseigenen Steinen zusammensetzen kann.

Schritt 3

Im letzten Schritt wird das Feuerwehrgebäude fertig gestellt. Insgesamt hat das Gebäude von außen viele schöne Details erhalten. Man beachte nur mal die rankenverzierten Fenster im Turm und den grünen Winterschmuck an der Fassade. Herrlich!

Im Obergeschoss finden wir einen Aufenthaltsraum einschließlich Miniküche. Toll ist auch das Telefon, schließlich muss eine gut funktionierende Feuerwehr auch zuverlässig für Notrufe erreichbar sein!

Wenn Mann oder Frau von einem harten Einsatz geschlaucht ist, lässt sich die Wand mit den Dienstplänen zu einer einfachen Schlafgelegenheit umrüsten. Auch Bello findet hier sein Plätzchen.

Sobald die Nachtschicht beginnt, lässt sich der Aufenthaltsraum durch den auf dem Dach installierten Leuchtstein stimmungsvoll in Szene setzen.

Allerdings muss ich hier zwei Dinge bezüglich des Leuchtsteins anmerken: Erstens lässt sich dieser nicht auf Dauer-An stellen (schwerer Fehler, LEGO) und zweitens ist der Batterieverbrauch, wenn dieser mal auf Dauer-An ist, auch nicht von schlechten Eltern. Bezüglich des Dauer-Einschaltens kann man sich notfalls mit einem Bracket behelfen, das, wenn korrekt angebracht, ständig auf den Schalter drückt. Was das auf Dauer mit dem Feder-Mechanismus des Steins macht, wissen nur die dänischen Materialforscher.

Nun aber zu den Stars des Sets

Die Minifiguren

An den Minifiguren gibt es, wie eigentlich immer, nichts zu bemängeln. Die Drucke passen zum Set und sind ausgezeichnet. In diesem Fall haben die Figuren allesamt keine Wendegesichter.

Im folgenden habe ich Fotos der Vorder- und Rückseiten gemacht.

Fazit

Da ist es nun, das 2018 Set aus der Winter Village-Reihe. Meine Meinung zu dem Set ist durchaus etwas zwiegespalten. Während die Vorgänger durch viele kleine Details und viel Weihnachts-Brimborium zu gefallen wissen, glaube ich (höchst subjektiv) bei diesem Set ständig den Rotstift zu spüren, den LEGO angesetzt hat. Das heißt nicht, dass das Set grundsätzlich verkehrt ist, auch der Teilepreis geht in Ordnung. Wenn ich mir dann allerdings Sets wie den Weihnachtlichen Spielzeugladen oder Santa's Workshop im direkten Vergleich anschaue, stinkt dieses Set doch ziemlich ab... Besser, man hätte den Teich oder den ohnehin mickrigen Baum und die Parkbank weggelassen und dafür beispielsweise mehr in das Feuerwehrauto oder das Innenleben des Gebäudes investiert.

Den aktuellen Baufortschritt habe ich euch in einem kurzen Handyvideo auf Youtube festgehalten. Viel Spaß!

Achso! Die Bauplatten hab ich fast vergessen! Nach dem Aufbau des Sets habe ich damit begonnen, das Winterdorf auf den neu erworbenen Platten aufzubauen. Auch hier scheiden sich etwas die Geister. Bei der Befestigung einzelner Elemente halten die Steine gut bis sehr gut auf den Platten. Die Klemmkraft der Einzelnoppen ist also durchaus OK. Haarig wirds jedoch, wenn größere LEGO-Platten auf den Strictly Briks Platten befestigen möchte. Je größer die LEGO-Plates sind, desto eher neigt die darunterliegende Strictly Briks Platte dazu, sich zu verziehen. Es ist also HÖCHST penibel darauf zu achten, dass die LEGO-Platten mit ausreichend Druck befestigt werden. Gerade die Platten mit abgerundeten Ecken neigen in meinem Fall dazu, sich wieder von der Platte zu lösen. Im Gegenzug kriegt man die LEGO-Platten dann ohne Teilelöser auch fast nicht mehr von der Strictly Briks-Platte runter, wenn diese mal fest sitzen.

Für größere Projekte werde ich mir also doch was anderes einfallen lassen müssen, um einen schönen Untergrund herzustellen. Vielleicht schaffe ich es selber mal ins LEGO-Land und kann dabei einige der dort vorrätigen weißen Bauplatten gegen finanziellen Ausgleich mitgehen lassen. Echt Schade, dass man diese nicht im Einzelhandel und den Brand-Stores bekommt (GELLE LEGO!?).

Wie stellt ihr denn Untergründe für eure Bauprojekte her? Wenn ihr Tipps habt, nutzt gerne die Kommentarfunktion. Vielen Dank im Voraus dafür!