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LEGO 10254 - Festlicher Weihnachtszug (und ein wenig Powered Up) - Review

Oktober 16, 2018 - Lesezeit: 19 Minuten

Hallo zusammen,

seit neuestem bin ich dem Zugfieber erlegen. Hauptsächlich um an den neuen Powered Up Hub und einen Controller zu kommen, habe ich mir den 60197 Personenzug gekauft. War wohl ein Fehler... Nach dem Aufbau war ich vom Zugvirus angesteckt. Wie es denn so geht, war mir ein Zug alleine zu öde und einen "normalen" Bahnhof gibt es im aktuellen Sortiment leider nicht. Da es nun auch so langsam auf Weihnachten zugeht, lag es aus meiner Sicht nahe, den 10254 Weihnachtszug und den 10259 Winterlichen Bahnhof dazu zu kaufen. Alles Weitere gibt's nach dem Break!

Die Lego-Züge haben ja schon eine laaange Entwicklungsgeschichte hinter sich. Mit dem 60197 Personenzug und dem 60198 Güterzug hat es diese Nische nun auch mit dem neuen Powered Up System ins Bluetooth-Zeitalter geschafft. Trotz erster Zweifel und sicherlich der einen oder anderen kleineren Einschränkung zu den "alten" Power Functions, kann ich diesem neuen System durchaus ein paar positive Dinge abgewinnen.

Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass das Powered Up System bei den Lego-Hardcore-Zugfans keine Begeisterung auslöst. Immerhin hatten die Züge bei Lego ihren Höhepunkt in den 80ern (12V) bzw. ab 1991 mit den stromführenden Schienen. Diese kamen einer "echten" Modelleisenbahn schon sehr nahe. Auch werden viele die damals verfügbaren fernsteuerbaren Weichen und Signalanlagen schmerzlich vermissen.

Meine persönliche Vermutung ist, dass diese Nischenanwendung aus Kostengründen eingestampft wurde. Ich habe keine Zahlen, die das belegen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass die alten Züge wenig massentauglich waren. Mal ganz im Ernst, wenn ich mir eine Modellbahn bis ins kleinste automatisieren möchte, denke ich garantiert nicht zuerst an Lego, oder?

Wir alle wissen, dass Lego zeitweise hart um sein Überleben kämpfen musste. Was lag da näher, als die Entwicklung von Zugmotoren zuerst über das RC System dann Power Functions und nun zu Powered Up mit den restlichen Möglichkeiten zur Fernsteuerung von Lego-Modellen zu vereinheitlichen?

Klar, die Möglichkeiten mit Powered Up sind im Vergleich zu den alten Systemen deutlich übersichtlicher. Aber dafür sind sie auch deutlich kindgerechter. Ich weiß nicht, ob ich ein Kind unbeaufsichtigt mit stromführenden Schienen hätte spielen lassen wollen... Bei Powered Up hingegen habe ich (zumindest unter Verwendung des Controllers statt eines Smartphones) hier wenig Bedenken. Und obwohl Lego sich eine große erwachsene Fangemeinschaft aufgebaut hat, dreht sich das Hauptgeschäftsfeld doch eher um die kleinen Kunden.

Nun aber zum Weihnachtszug...

Ich besitze bereits ein kleines Weihnachtsdiorama bestehend aus dem 10249 Weihnachtlicher Spielzeugladen und 10245 Weihnachtliche Werkstatt. Da ich diesen Weihnachtskitsch liebe, suche ich jedes Jahr nach einer Möglichkeit, diese kleine Welt weiter mit Leben zu füllen. Was gibt es nun traditionelleres, als an Weihnachten einen kleinen Festzug um den geschmückten Tannenbaum kreisen zu lassen?

Ausgerechnet hierfür bietet Lego die ideale Erweiterung in Verbindung mit einem winterlich gestalteten Bahnhof und einer festlich geschmückten Dampflok an.

Die Verpackung

Eingebettet in eine sternenklare Winternacht rauscht die Dampflok durch die verschneite Welt. Die Lego-Weihnachtssets versprühen generell einen eignen Charme und diese Verpackung fängt das auch sehr gut ein.

Wie gewohnt geht die Rückseite auf weitere Details dieses Sets ein. So erhält man einen kleinen Einblick in das Innenleben des Personenabteils und den durch die Fahrbewegung angetriebenen drehenden Weihnachtsbaum mit Geschenkeablage.

Hier möchte ich allerdings gleich Kritik anbringen... Vollmundig verspricht Lego auf der Rückseite der Verpackung, dass das Set mit Power Functions zu motorisieren sei... Ein "spezielles" Thema, auf das ich im Bereich "Der Inhalt" gerne weiter eingehen werde.

Der Inhalt

Im Set befinden sich 734 Teile. Die Tüten und der Aufbau sind in drei Phasen (Bahnsteig, Zug mit Tender und Waggons) aufgeteilt.

Mit im Set sind 16 Schienen. Allerdings sind nur Kurven enthalten. Es lässt sich somit nur ein ca. 52 cm durchmessender Ring als Strecke bauen. Mit dem Set 10259 Winterlicher Bahnhof kommen vier Geraden dazu. Somit wird dann aus dem Ring ein Oval.

Nochmal zur Sicherheit: Es sind KEINE Power Functions im Set enthalten. Der Zug ist in der Standardfassung also nicht motorisiert. Die entsprechenden Teile lassen sich allerdings einfach nachkaufen... Höhö! Schön wärs!

Das Set soll man also nachträglich motorisieren können. Grundsätzlich stimmt das auch. Aber was nutzt das, wenn man zum Beispiel den Zugmotor bei Lego nicht separat kaufen kann!? Wie gerne hätte ich bei Lego selbst ein Erweiterungsset (bestehend aus Batteriebox, Motor, Fernbedienung und Receiver) gekauft. Das Einzige was mir der Shop hierzu allerdings zu sagen wusste war: Leider wurden keine Ergebnisse gefunden. Verflucht Lego! Was soll der Scheiß? Wenn ihr schon die Motorisierung nicht gleich im Set vorseht, warum kann ich diese nicht gleich im Paket bei euch kaufen? Mit dem Power Functions Tuning Set gehts doch auch. Warum gibt es sowas für die Züge nicht? Seid ihr behämmert!? Vielleicht hättet ihr es lieber gesehen, wenn ich noch einen Personenzug gekauft und die Powered Up Teile des zweiten Zugs ausgeschlachtet hätte. Aber wisst ihr was? Dazu bin ich zu geizig!

Dankenswerter Weise gibt es für solche Fälle den großartigen Marktplatz Bricklink. Mit Hilfe von Bricklink konnte ich einen Händler finden, der sein Ladenlokal zufälligerweise ganz in meiner Nähe hat. Vielen Dank an dieser Stelle an das Team von Ralf Müllers Brick-Store in Merchweiler! Ihr seht mich ganz sicher wieder. Vielen Dank für die unkomplizierte Hilfe ;o)

Tja Lego... Schade um den Umsatz, gell?

Ich wollte natürlich auch nicht auf die alten Power Functions setzen. Somit habe ich mein Geld gleich in einen Powered Up Smart Hub und einen weiteren Zugmotor investiert. Den Controller aus dem zuvor gekauften Personenzug konnte ich hier wieder- bzw. weiterverwenden.

Der Aufbau

Der Aufbau glieder sich in insgesamt drei Abschnitte. Während im ersten Teil lediglich der kleine Bahnsteig zusammengebaut wird, teilt sich der Zug die beiden restlichen Abschnitte.

Was auf dem Foto nach der Farbe Tan aussieht, ist natürlich Weiß. Der Bahnsteig ist mit ein wenig Schnee bedeckt. Sorry für den blöden Weißabgleich meiner Handykamera.

Der Bahnsteig ist natürlich etwas mickrig. Aber in der festlichen Weihnachtswelt gibt es dankenswerter Weise einen vollwertigen Bahnhof (10259), den es in der City-Welt seit einiger Zeit unerklärlicherdings nicht mehr gibt. Aber hierzu komme ich in einem separaten Artikel.

Zusammen mit dem Bahnsteig werden auch einige Geschenke im Micro-Maßstab zusammengebaut. Hier finde ich besonders das Feuerwehrfahrzeug mit Leiter und den ferngesteuerten Roboter toll gelungen!

Die Farben des Raumschiffs im Vordergrund greifen übrigens die Farben der alten Space Police Sets aus den 90ern wieder auf. Trotz einiger Recherche konnte ich allerdings kein entsprechendes Modell "in groß" dazu finden. Vielleicht wisst ihr ja mehr?

Nach dem Zubehör ist nun endlich der Zug inklusive Tender an der Reihe. Da ich nicht zuerst den Standardzug bauen, ihn zum Schluss zur Hälfte wieder auseinander nehmen und dann die Powered Up Bricks einbauen wollte, habe ich das gleich in einem Zug (Achtung Wortwitz!) mit erledigt.

Im Gegensatz zu den alten Power Functions spare ich mir mit dem neuen System allerdings den Einbau des Infrarot-Receivers. Der wäre normalerweise direkt vorne außerhalb des Führerstands verbaut und würde die Optik entsprechend verschandeln. Da gefällt mir diese Lösung eindeutig besser. Auch das Gefummel mit den Kabeln ist mit Powered Up deutlich übersichtlicher, da der Motor nicht zuerst mit dem Receiver und dieser dann mit der Batteriebox verbunden werden muss.

Der Zug ist ein Träumchen. Sogar an den Dampf haben die Designer gedacht. Mit vielen goldfarbenen Applikationen und den festlichen Kränzen an den Seiten, ist der Zug hervorragend herausgeputzt für die besinnliche Weihnachtszeit.

Statt die ersten Runden zu drehen, geht's jetzt allerdings erstmal mit dem letzten Bauabschnitt weiter. Schließlich soll der Zug später auch Passagiere und Geschenke wohlbehalten ans Ziel bringen!

Der mittlere Wagen kommt mit einem geschmückten Weihnachtsbaum. Der Clou: Der Baum wird über eine Spindel mit der Fahrtbewegung angetrieben und dreht sich, wenn sich der Zug in Bewegung setzt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass der Microscale-Zug während der Fahrt fröhlich seine Runden um den Baum dreht. Hab ich schon erwähnt, dass ich solche kitschigen Ideen einfach bombastisch finde!

Für ein paar, wenn auch nicht alle Geschenke ist Platz auf diesem Waggon. Der verantwortungsbewusste Verlader sollte aber ein Augenmerk darauf haben, dass die Geschenke und Spielzeuge stabil befestigt sind, damit diese nicht in einer schnell genommenen engen Kurve vom Waggon fliegen.

Schlussendlich sollen auch die Passagiere komfortabel zu ihrem Reiseziel befördert werden. Hierzu steht ein Abteil mit Sitzplätzen für zwei Minifiguren zur Verfügung.

Der Waggon ist passend zum Zug mit goldenen Applikationen und ähnlicher Deko an den Seiten versehen. Zum Bestücken mit Passagieren kann das Dach einfach abgenommen werden. Im Inneren wartet ein kleiner Tisch mit Lampe auf die Passagiere. Eine Tasse für ein gelegentliches Warmgetränk steht auch parat.

Für den Aufbau habe ich (mit kleineren Unterbrechungen) eine gemütliche Stunde benötigt. Wer es auf einen Speedbuild anlegt, schafft das sicher auch schneller. Insgesamt gibt der Aufbau keine großen Rätsel auf und ist auch für jüngere Baumeister zu schaffen. Einzig der Zusammenbau der Microscale-Zubehörteile erfordert ein klein wenig Fingerspitzengefühl.

Mehre Züge mit Powered Up

Nun soll der Zug aber endlich auch mal auf die Strecke. Diese wird er sich allerdings mit dem Personenzug teilen müssen. Da stellt sich doch die Frage, wie das mit dem neuen Powered Up funktionieren kann.

Per App

Da das neue Powered Up auf Bluetooth (Low Energy, BLE oder Bluetooth 4.1) basiert, können die Smart Hubs nun mit der Lego Powered Up App angesteuert werden. Solltet ihr diese Variante nutzen wollen, müsst ihr dafür sorgen, dass euer Handy oder Tablet also mindestens Bluetooth 4.1 unterstützt. Über die App werden die Smart Hubs ebenfalls auch automatisch mit Firmware Updates versorgt.

Nach dem Start der App wird direkt nach der Verbindung mit einem Smart Hub gefragt. Diese kann man einfach herstellen, indem man den grünen Knopf auf dem Smart Hub drückt. Sollte ein Firmware Update bereit stehen, wird dies direkt ohne Rückfrage auf dem Smart Hub eingespielt.

Im Anschluss lässt sich in der App aktuell auswählen, welches Modell man steuern möchte. Aktuell stehen hier Personenzug, Güterzug oder das Powered Up Batmobil zur Verfügung. Je nach Auswahl wird ein zum Modell passendes Bedienpanel angezeigt.

Das obere Panel ist beispielsweise die Oberfläche für den Personenzug. Die Bedienung ist selbsterklärend. Ein Druck auf Plus erhöht die Fahrstufe um einen Schritt (Zug wird schneller). Ein Druck auf Minus verringert die Fahrstufe um einen Schritt (Zug wird langsamer). Die aktuelle Fahrstufe wird sowohl über das Zeigerinstrument, als auch in der Zahlenbox dargestellt. Ein Druck auf Stop lässt den Zug sofort anhalten.

Die Buttons auf der rechten Seite lösen diverse Fahrgeräusche aus. Diese werden nicht über den Smart Hub, sondern über das Handy abgespielt.

Auch wenn dieses Panel optisch auf den Personenzug zugeschnitten ist, lässt sich damit grundsätzlich erstmal jeder Zugmotor steuern. Voraussetzung ist, dass der Zugmotor auf Schnittstelle A des Smart Hub angeschlossen ist.

Aktuell ist die App noch ziemlich starr. Ein Customizing auf andere (noch) nicht gelistete Modelle oder eigene Kreationen ist in der aktuellen Version der App noch nicht vorgesehen.

Ein weiterer Nachteil offenbart sich beim Versuch, mehrere Züge gleichzeitig mit der App steuern zu wollen. Kurz: Es geht nicht.

Klar können mehrere Smart Hubs mit der App verbunden werden. Diese werden auch brav zur Auswahl angezeigt. Allerdings wird jeweils die Verbindung getrennt, wenn man von einem Hub auf den nächsten wechselt. Der Smart Hub des Zuges, den man also nicht gerade steuert, schaltet sich ab und muss beim erneuten Wechsel wieder manuell eingeschaltet werden. 

Aus den letzten beiden Gründen (fehlendes Customizing und umständliches Wechseln zwischen den Zügen) hat sich die Steuerung per App für mich nicht bewährt. Ich bevorzuge die Variante mit dem Controller.

Per Smart Controller

Der Smart Controller hat entgegen der App den Vorteil, dass dieser sich zeitgleich mit mehreren Hubs verbinden kann. Laut Lego können bis zu fünf Powered Up Devices miteinander gekoppelt werden. Also beispielsweise ein Smart Controller und vier Smart Hubs. Gekoppelt werden die Geräte miteinander, indem man auf allen zu koppelnden Devices gleichzeitig den grünen Knopf betätigt.

Auf diese Weise sind in meinem Fall bei meinen beiden Zügen folgende Spielweisen möglich:

Individueller Kanal pro Zug: Wenn ich beide Motoren an Ausgang A ihrer jeweiligen Hubs stecke, steht mir jeweils der zweite Ausgang B für weiteres Zubehör (zum Beispiel eine LED) zur Verfügung. Ich könnte nun jeden Zug einen eigenen Kanal zuweisen. Dies ist möglich, indem man den Kanal per Druck auf den grünen Knopf des Smart Hubs umschaltet. Jeder Kanal hat seine eigene Farbe, die über die LED des Smart Hub signalisiert wird.

Welchen Zug ich steuern möchte, wähle ich über den grünen Knopf auf dem Smart Controller. Der Wechsel geht in Nullzeit vonstatten. Der Vorteil gegenüber der App: Die Verbindung zum Smart Hub geht beim Kanalwechsel nicht verloren. Es ist also über den Controller problemlos möglich, mehrere Züge gleichzeitig in Bewegung zu halten.

Beide Züge auf dem gleichen Kanal: Bei der Verwendung von zwei Zügen ohne weiteres Zubehör ist es möglich, den Motor eines Zuges auf Ausgang A und den des anderen auf Ausgang B zu stecken. Beide Züge werden der selben Kanalfarbe zugeordnet. Nun kann ich beide Züge steuern (Motor A mit dem linken Steuerelement; Motor B mit dem rechten Steuerelement), ohne den Kanal wechseln zu müssen.

Diese Art der Steuerung finde ich für die Verwendung von zwei Zügen ideal.

Denkbar wäre es in dieser Variante auch, beide Motoren auf Ausgang A zu stecken. Dadurch würden die Züge zwar theoretisch gleichzeitig mit Druck auf die Plus-Taste losfahren. Durch das unterschiedliche Gewicht fährt allerdings jeder Zug eine leicht andere Geschwindigkeit bei gleicher Fahrstufe.

In diesem spezial gelagerten Sonderfall gibt es noch eine weitere Besonderheit zu beachten: Da das Kabel des Weihnachtszuges direkt durch die Fahrerkabine führt und deshalb der Motor gedreht werden muss, wird der Weihnachtszug beim Druck auf die Plus-Taste rückwärts fahren.

Bei den alten Power Functions war die gewünschte Drehrichtung eines Motors durch ein kleines Schalterchen auf der Remote einstellbar. Dieses Schalterchen gibt es bei Powered Up nicht mehr. Allerdings hat man sich etwas anderes, nicht weniger pfiffiges einfallen lassen.

Die beiden Steuerelemente des Smart Controllers lassen sich in Stufen um die eigene Achse drehen. Dadurch ändert sich nicht die Beschriftung der Buttons. In meinem Fall lässt die Steuerung nun aber so einrichten, dass beide Züge mit dem Druck "nach oben" vorwärts und mit dem Druck "nach unten" rückwärts fahren.

Klar, das wird sicher nicht jedem individuellen Anspruch gerecht. Ich selber hätte es bevorzugt, wenn ich die Drehrichtung des Motors über einen Schalter direkt am Motor einstellen und danach wieder vergessen könnte. Mit der oben genanten Lösung bin ich allerdings zufrieden. Die Steuerung ist im Grunde ein No-Brainer, die auch ein junger / kleiner Mensch problemlos verstehen wird.

Fazit

Ich weiß, ich weiß... in diesem Review habe ich Einiges vermischt. Im Fazit möchte ich dies wieder geraderücken und mich erstmal auf den Weihnachtszug konzentrieren.

Sammler der Weihnachtssets kommen um den Bahnhof und den Zug eigentlich nicht herum. Punkt. Beide passen zusammen wie Arsch auf Eimer. Der Zug ist liebevoll mit kleinen Details gestaltet und bietet durch den einfachen Zugang und die Möglichkeit, ihn mit Power Functions oder Powered Up zu erweitern, neben dem schönen Anblick auch einen hohen Spielwert. Es ist schwer ihn einer einzigen Zielgruppe zuzuordnen, denn er bietet allen etwas. Auch die mitgelieferten Minifiguren sind schön anzusehen. Lediglich der Schaffner kuckt ein wenig grimmig... Mein Gott, Lego... Es ist doch Weihnachten! Muss der so kucken, als wenn es in diesem Jahr keine Geschenke gäbe?

Ein großes Manko ist, dass man die Power Functions bzw. Powered Up Teile zur Motorisierung nicht direkt im Lego-Onlineshop kaufen kann. Klar, ich hätte auch im Lego-Shop in Saarbrücken anrufen können. Man hätte da mit Sicherheit eine Lösung gefunden. Aber in welcher Zeit leben wir denn? Warum macht man sich die Mühe und druckt die Erweiterungsteile auf der Packung ab, wenn man diese nicht so einfach bekommen kann, wie das eigentliche Set?

Was Powered Up angeht... Ich muss zugeben, ich war nach der Präsentation recht skeptisch. Versteht mich nicht falsch, ich finde Powered Up auch (noch) nicht uneingeschränkt super. Aber nachdem ich selber etwas damit rumspielen konnte, sehe ich das Potential, dass in den neuen Teilen schlummert. Gerade, wenn man das System unter Berücksichtigung der eigentlichen Zielgruppe (Kindern) betrachtet, stellt man fest, dass die Verbindung zwischen moderner Technik und einfachem Zugang durchaus funktionieren kann.

Auch sollte man Lego zugestehen, dass noch nicht alles an Powered Up Zubehör verfügbar ist. Ich vermute (aka. hoffe), dass da noch das eine oder andere Goodie in den Schubladen schlummert. Nicht nur mir fehlt beispielsweise die Möglichkeit, mehrere Motoren auf einem Anschluss stacken zu können. Mal abwarten, ob Lego hierfür in absehbarer Zeit eine Lösung anbietet. Mir würde es schon reichen, mehrere Motoren oder generell Geräte gleichen Typs auf einen Anschluss legen zu können.

Auch die Powered Up App ist noch zu starr, als dass man sie in individuellen Projekten verwenden könnte. Ich würde mir wünschen, eigene Oberflächen gestalten und vielleicht kleine Makros programmieren zu können. Wenn die App diese Vorteile bieten würde, könnte ich auch über den Nachteil hinwegsehen, dass es mit ihr nur möglich ist einen Smart Hub gleichzeitig zu steuern. Dadurch hätte sie eine wirkliche Daseinsberechtigung.