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Chinakracher - Anet A8

Dezember 3, 2016 - Lesezeit: 5 Minuten

Hallo zusammen,

ich hatte schon längere Zeit das Thema 3D-Drucker beobachtet. Jedoch haben mich immer die hohen Einstiegspreise der "von der Stange" hier in Deutschland erhältlichen Geräte vor einem Kauf abgeschreckt.

Kurz vor Weihnachten 2016 habe ich dann doch bei einem Ausverkauf des China-Versandhändlers meines Vertrauens zuschlagen müssen. Dort habe ich den Anet A8 zum Preis von 147 EUR inkl. Versand erstanden. Dafür kann es natürlich nur einen Bausatz geben. Aus der Sicht des Bastlers ist das allerdings kein Problem, sondern eine Herausforderung! ;o)

Hier erstmal ein paar technische Details zum Gerät:

  • Druckfläche: 220 x 220 x 240mm (beheizt)
  • Rahmenmaterial: Acryl
  • Düsendurchmesser: 0.4mm 
  • Schichtdicke: 0.1 - 0.3mm 

Unterstützte Materialien: ABS, Luminescent, Nylon PVA, PLA, PP, Wood (mit Holzfasern versetztes Filament)

Unterstütze Dateiformate: G-code, OBJ, STL

Das Gerät kommt mit einem ausreichend dimensionierten 220 Watt Netzteil und Schuko-Stecker.

Die notwendige Software zum Vorbereiten der Druckdateien wird ebenfalls mitgeliefert. Enthalten sind Cura und Repetier Host. Ich selber drucke ausschließlich Standalone via SD-Karte und mit Cura aufbereiten Druckdateien.

Dank der guten Anleitungsvideos und etwas technischem Sachverstand (zwei linke Hände sollte man freilich nicht haben) ist der Aufbau allerdings zu meistern und war in der Summe in gut 8 Stunden Nettobauzeit erledigt.

Hier ein paar Fotos vom Aufbau. Entschuldigt: es wär spät und vielleicht das eine oder andere Entspannungsbierchen schon drin. Bitte beurteilt die Qualität der Fotos großzügig ;o)

Uff!

Der Rahmen steht!

Also Strom dran und sehen, ob alles passt.

Es lebt!

Schon toll, wenn das Monstrum beim ersten Einstecken direkt und ohne Aufstand zum Leben erwacht!

Nun wollte ich aber auch herausfinden, was das Teil so alles kann.

Die ersten Probedrucke waren relativ mies. Hier merke ich schon: Man muss sich mit dem Gerät beschäftigen wollen. Einfach einstecken und loslegen ist nicht. Und so ging es an die Nachforschung. Schlussendlich war dann auch der Fehler gefunden. Schuld war eine ungenügende Spannung der Antriebsriemen für Linearachsen. Die Riemen also nochmal nachgespannt und wieder getestet.

Nun waren die Ausdrucke gut. Gemessen am Preis sogar ausgezeichnet! Aber das tolle an sonem Drucker: Mit dem Grundaufbau hört es ja nicht auf! Um gerade dieses Teil hat sich mittlerweile eine recht umtriebige Community gebildet. Auf Thingiverse gibt es diverse Moddingteile, die man mit dem eigenen Drucker anfertigen und dort dann auch gleich verbauen kann.

Der beim Drucker mitgelieferte Filamentrollenhalter ist suboptimal, da die Filamentrolle nicht zentral gelagert wird. Die dadurch ungleichmäßige Zuführung des Filaments äußert sich im Druckbild durch Lücken in der sonst makellosen Oberfläche. Also: Zentrierringe für die Spule gedruckt und verbaut. Das hat das Druckbild nochmal deutlich verbessert.

Mittlerweile hat der Drucker seinen Platz auf einem Beistelltisch aus einer Filiale des schwedischen Möbelriesen (oder waren es doch eher Duftkerzen?) gefunden. Da für den Filamentrollenhalter nur noch wenig Platz übrig war, habe ich mir Arme für eine Overhead-Spulenaufnahme gedruckt und aus dem Baumarkt eine passende M8-Gewindestange besorgt.

Please rate my setup!

Damit habe ich schon die eine oder andere Autragsfertigung abgearbeitet. So auch beispielsweise diesen Yorkshire-Terrier.

Yorkie

Die nächste Modifikation ist gerade fertig geworden: Eine verbesserte Düse für die Kühlung des extrudierten Filaments.

Circular nozzle

Der Drucker tut. Und das für meine Ansprüche super zuverlässig. Wie gesagt: Man muss dranbleiben und der Kerl braucht recht viel Zuwendung und Pflege. Dies dankt er einem aber mit einem guten Druckbild zu einem gnadenlos günstigen Preis.

Na? Habe ich euch vielleicht auch schon angefixt? ;o)