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Alfawise A7 TWS Headset - Review

Dezember 21, 2018 - Lesezeit: 11 Minuten

Hallo zusammen,

vor ein paar Wochen hat Alfawise die neuen A7 TWS (TrueWireless) Headphones vorgestellt. Diese sind wohl als ein direkter (und günstigerer) Konkurrent zu den AirDots von Xiaomi aufgesetzt. Dank einer Couponaktion bei Gearbest konnte ich mir ein Paar dieser Kopfhörer zum kleinen Tarif bestellen. Ob die kleinen Kerlchen was taugen, erfahrt ihr nach dem Break!

Kabellose Kopfhörer gibt es dank Bluetooth ja schon bereits seit einiger Zeit. Richtig kabellos waren diese jedoch nie; musste doch bisher immer ein Kabel beide Kopfhörer miteinander verbinden.

Grundsätzlich ist das ja auch kein Problem, aber nur wenige Hersteller haben es hingebracht, dass das Verbindungskabel wenig bis keine Geräusche an die Hörer überträgt. Reibt dieses Kabel beispielsweise bei sportlicher Betätigung an der Kleidung, gab es eigentlich immer Störgeräusche.

Wollte man hingegen nur einen Hörer verwenden, weil man zum Beispiel das andere Ohr aus welchen Gründen auch immer frei haben musste, baumelte der zweite Hörer blöd in der Gegend herum.

Dank leistungsfähigerer und kompakter Akkus sowie einem stromsparenden Bluetooth-Standard, gibt es schon seit einiger Zeit Kopfhörer, die auf das Kabel zwischen den Hörern verzichten können. Prominentestes Beispiel dürften dabei die AirPods von Apple sein.

Aber mittlerweile gibt es auch ganz gute und weitaus günstigere Alternativen aus Fernost.

Die Alfawise A7 TWS konnte ich mir bei Gearbest dank eines Coupons für 15 EUR und ein paar Gequetschte bestellen. Aktuell pendelt der Preis zwischen 15 bis 19 EUR.

Ich muss zugeben, ich war bei dem Preis durchaus skeptisch. Unterbot dies sogar noch meine heißgeliebten Mpow Judge, die ja schon fast Referenzgeräte unter den China-Bluetooth-Kopfhörern sind. Kurz: Ich wurde positiv überrascht.

Die Verpackung

Wir reden hier von Geräten in der Preisspanne unter 20 EUR. Dementsprechend kommt die Verpackung daher. Sie ist (erwartungsgemäß) absolut schmucklos und zweckmäßig. Sie hat meine Kopfhörer bei Ihrem Weg aus Fernost bis zu meinem Briefkasten perfekt geschützt. Und darauf kommt es doch eigentlich an.

Mehr Information als die Aufschrift "Wireless Headphones" ist der Verpackung nicht zu entlocken.

Der Inhalt

In der Verpackung befindet sich eine Ladeschale mit integriertem Akku zum Aufladen der Kopfhörer, ein Micro-USB-Kabel, Bedienungsanleitung, Wechselohrmuscheln in insgesamt drei Größen, sowie ein weiterer Ohrmuschelsatz mit einem "Hörnchen" um die Kopfhörer besser im Ohr halten zu können.

Für den gezahlten Preis von etwas über 15 EUR ist der Lieferumfang aus meiner Sicht ganz ordentlich.

Die Qualität der Bedienungsanleitung ist... naja... wie eine schlecht ins Englisch übersetzte Bedienungsanleitung halt sein kann. Wenn man des Englischen mächtig ist, versteht durchaus, was von einem verlangt wird. Sehr professionell übersetzt wirkt die Anleitung allerdings nicht. Es liegt auch nur eine englischsprachige Anleitung bei. Wer eine deutschsprachige Anleitung bevorzugt, ist wahlweise aufgeschmissen oder muss einen Bekannten mit Englischkenntnissen um eine kurze Einweisung bitten.

Technische Daten

Die Bedienungsanleitung geizt aber dankenswerter Weise nicht mit technischen Details zu den Kopfhörern.

Die Kopfhörer funken per Bluetooth 4.2. Dadurch fehlen ihnen möglicherweise diverse Features, die ihnen andere Hörer mit Bluetooth 5.0 voraus haben. Der Vorteil ist aber: Durch die Verwendung von Bluetooth 4.2 sollten sie bereits mit den meisten verfügbaren Mobiltelefonen kompatibel sein. Die Bluetooth-Reichweite wird mit 10 Metern Luftlinie angegeben.

Einer der beiden Kopfhörer hat ein Gewicht von 6 Gramm. In diesen 6 Gramm bringt Alfawise jeweils die ganze benötigte Elektronik inklusive einer Akkukapazität von 50 mAh unter. Die Musikabspielzeit mit einer Aufladung soll bis zu drei Stunden betragen. Je lauter man hört, desto geringer wird sich wohl die Laufzeit ausgehen.

Die Kopfhörer lassen sich dank Mikrofon als vollwertiges Headset verwenden.

In der Ladeschale selbst ist auch ein Akku mit einer Kapazität von 300 mAh untergebracht. Sollte den Hörern unterwegs also die Puste ausgehen, lassen sie sich mit der Ladeschale auch ohne direkte Nähe zu einer Steckdose mehrfach wieder aufladen. Ob die Kopfhörer aufgeladen werden sollen oder nicht, kann der Benutzer über einen Schiebeschalter am Ladecase festlegen.

Die Garantiezeit gibt Alfawise mit einem Jahr an.

Haptik und erster Eindruck

Im ersten Schritt habe ich die Ladefunktion getestet und die Kopfhörer vor der ersten Verwendung voll aufgeladen. Es ist möglich, die Ladeschale per USB-Adapter an eine Steckdose zu hängen und die in der  Ladeschale eingelegten Kopfhörer automatisch aufzuladen.

Sowohl die Ladeschale, als auch die Kopfhörer sind angesichts des Preispunkts günstig aus Kunststoff gefertigt. Richtig hochwertig fühlen sich also beide nicht an. Allerdings gibt es an der Verarbeitung selbst nichts auszusetzen. Nichts knarzt, es gibt keine hässlichen Grate und das Einlegen und Aufladen der Hörer klappt tadellos. Bei geschlossenem Deckel liegen die Kopfhörer bündig in der Ladeschale und "schlackern" beim Transport nicht herum. Ein ganz klein wenig vermisse ich jedoch die Applikationen aus gedrehtem Aluminium meines Mpow Judge. Aber das ist Geschmackssache.

Da sowohl Ladeschale als auch Kopfhörer bereits teilweise geladen waren, ist der gesamte Ladevorgang zügig beendet. Der Ladestatus wird über die LEDs im Innern des Ladeschale und in den Kopfhörern signalisiert. Durch Bohrungen im Deckel kann man den Ladezustand verfolgen, auch ohne den Deckel zu öffnen.

In meinem Fall haben die Ohrmuscheln, die bereits auf den Hörern montiert waren gleich optimal gepasst. Durch das geringe Gewicht der Hörer spürt man diese kaum.

Für jemanden, der gerne Hörbücher oder Musik beim Schlafengehen hört, sind diese Kopfhörer allerdings wegen ihrer wenig ergonomischen Form kaum geeignet. Man kann es machen, allerdings drücken die Hörer ob ihrer Größe dabei unangenehm, wenn der Kopf auf der Seite liegt.

In allen anderen Situationen ist der Sitz allerdings recht bequem und die Hörer halten gut im Ohr. Ich habe absolut keine Bedenken, dass ich die Hörer durch schlechten Halt unterwegs verlieren könnte. Schlussendlich kann ich diesen Punkt allerdings erst bewerten, wenn ich die Kerlchen mal zu einem Workout ins Fitnessstudio oder zu einer sonstigen Aktivität im Freien mitnehmen konnte. Gegebenenfalls wird es hier dann nochmal ein kleineres Update geben.

Die Bedienung

Die Bedienung ist anfangs ungewohnt, aber durchaus auch ohne ständige Mitnahme des Handbuchs zu beherrschen.

Leider schalten sich die Kopfhörer beim Entnehmen der Ladeschale nicht automatisch ein. Dies ist über den Taster der Kopfhörer zu erledigen. Aber hey... für 15 EUR...

Um beide Kopfhörer im Stereomodus verwenden zu können, müssen beide Kopfhörer gleichzeitig über ihren jeweiligen Taster eingeschaltet werden.

Beim ersten Einschalten verbinden sich die Kopfhörer zuerst untereinander. Dabei wird offenbar ausgehandelt, wer der "Chef" im Ring ist. Der führende Kopfhörer wechselt dann in den Pairing-Modus, in dem die Verbindung mit dem Mobiltelefon hergestellt werden kann. Dies wird am entsprechenden Hörer durch eine im Wechsel rot und blau blinkende LED angezeigt. Ist das Pairing erstmal erledigt, erfolgt die Verbindung mit dem Mobiltelefon beim Einschalten der Kopfhörer in der Folge automatisch.

Das klappt in meinem Fall in Verbindung mit einem bq Aquaris X problemlos.

Praktisch: Beim Einschalten wird in den Kopfhörern per englischer Sprachausgabe angesagt, ob es sich jeweils um den rechten oder linken Kanal handelt.

Da es an beiden Kopfhörern nur einen Taster gibt, wird die Bedienung durch unterschiedlich lange Tastendrücke gelöst. Dies kann in der Hektik schon mal fummelig sein, funktionierte bei meinen diversen Tests allerdings ohne Komplikationen.

Abschalten lassen sich die Kopfhörer, wenn man den Taster an einem der beiden Ohrstücke für vier Sekunden drückt. In der Folge werden beide Hörer abgeschaltet.

Ein Druck auf einen Taster für zwei Sekunden, startet den Google Assistant auf dem gekoppelten Mobiltelefon. Dadurch lassen sich zum Beispiel Anrufe starten oder Termine abrufen,

Sollen die Kopfhörer mal mit einem anderen Gerät gekoppelt werden, kann man per Druck für sechs Sekunden wieder in den Pairing-Modus wechseln.

Wird Musik abgespielt, kann diese durch einen Druck auf den linken Kopfhörer pausiert oder gestartet werden. Ein Druck auf den rechten Ohrhörer wechselt zum nächsten Titel.

Da es sich um vollwertige Headsets handelt, ist auch möglich, eingehende Anrufe anzunehmen oder abzulehnen. Geht ein Anruf ein, wird dieser durch einen kurzen Druck auf einen der Taster angenommen und durch einen längeren Druck abgelehnt.

Der Klang

Nun kommen wir zum vielleicht wichtigsten Teil des Reviews. Wie hören sich die Teilchen angesichts des leichten Plastikgehäuses überhaupt an?

Da ich viele Hörbücher verschlinge und dabei wert auf klar verständliche Worte lege, starte ich erstmal einen meiner Audible-Podcasts. Hier stehen die Alfawise meinen Mpow Judge in nichts nach. Die Stimmen sind klar verständlich und ohne Rauschen. Es zeichnet sich hier schon eine leicht wärmere Tendenz ab.

Richtig spürbar wird die basslastige Auslegung der Kopfhörer erst, als ich die ersten Musikstücke damit abspiele. Der Bass ist deutlich dominanter als in den Mpow Judge. Im direkten Vergleich zu meinen Mpow Judge saufen die Mitten dadurch etwas (minimal!) ab. Aber: Ich finde das noch nicht einmal schlecht! Eher überwiegt hier der Wow-Faktor darüber, dass es Alfawise gelungen ist, einen solch ausgeprägten und klaren Bass aus den billigen Kunststoffgehäusen zu quetschen. Der Bass ist dabei nicht übertrieben hart und Details bleiben weitestgehend erhalten. Wenn ihr also auf eher basslastige Musik steht, seid ihr hier total richtig. Ich habe bei meinen Tests mit elektronischer Musik und diversen Metaltracks getestet und bin höchst zufrieden.

Fazit

Mit den A7 TWS ist Alfawise ein günstiger Einstieg in die Welt der TrueWireless Headsets gelungen. Mit der Ladeschale ist man mit ihnen lange mobil. Wer auf basslastige Musik steht, macht mit diesen Kopfhörern zum Preis von um die 17 EUR bestimmt nichts verkehrt. Erst recht nicht, wenn ich an die vielen von mir verschlissenen kabelgebundenen Kopfhörer namhafter Hersteller für teuer Geld denke, die sich nicht mal halb so gut angehört haben. Ich freue mich jetzt schon auf den ersten Einsatz im Fitnessstudio ohne störendes Kabel.